Warnhinweise Johanniskraut
Johanniskraut ist ein starker Induktor von CYP3A4 und P-Glykoprotein – es beschleunigt den Abbau vieler Medikamente und senkt deren Blutspiegel. Zusätzlich wirkt es serotonerg, was ein eigenes Risikoprofil erzeugt. Die kritischsten Wechselwirkungen:
| Medikamentengruppe | Kritische Folge |
| Immunosuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus) | Organabstoßung nach Transplantation – kontraindiziert |
| Antikoagulanzien (Warfarin, DOACs wie Rivaroxaban) | Verminderte Gerinnungshemmung → Thrombose-/Embolierisiko |
| Orale Kontrazeptiva (Pille) | Durchbruchblutung, ungewollte Schwangerschaft |
| SSRI / SNRI / MAO-Hemmer (Sertralin, Paroxetin, Fluoxetin …) | Serotoninsyndrom – potenziell lebensbedrohlich |
| HIV-Antiviralia (Proteaseinhibitoren, NNRTIs) | Therapieversagen, Resistenzentwicklung – kontraindiziert |
| Digoxin (Herzglykosid) | ~33 % Senkung des Blutspiegels → Dekompensation der Herzinsuffizienz |
| Zytostatika (Irinotecan, Imatinib) | Wirksamkeitsverlust der Chemotherapie |
| Statine (Atorvastatin, Simvastatin) | Reduzierte Cholesterinabsenkung |
| Opioide (Methadon, Oxycodon) | Verminderte Analgesie, bei Methadon auch Entzugssymptome |
| Calciumkanalblocker (Nifedipin, Amlodipin) | Blutdruckentgleisung |
Zusätzliche Warnung: Die Enzyminduktion hält Wochen nach dem Absetzen an – die Wechselwirkung „verschwindet“ also nicht sofort.
Faustregel: Johanniskraut sollte nicht ohne Rücksprache mit Arzt/Apotheker eingenommen werden, wenn auch nur eines der oben genannten Medikamente zur Therapie gehört.
Johanniskraut beschleunigt den Abbau vieler Wirkstoffe in der Leber, was die Wirkung der hormonellen Verhütungsmittel („Pille“), von Blutverdünnern, Antidepressiva, AIDS-Medikamenten und Immunsuppressiva drastisch abschwächen oder aufheben kann.
Zudem löst Johanniskraut eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung) aus, was zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen bei UV-Exposition führt; intensive Sonnenbäder oder Solariumbesuche sind daher zu vermeiden. Die gleichzeitige Einnahme mit anderen serotonergen Substanzen (z. B. SSRI) kann zudem ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom auslösen.
Weitere wichtige Hinweise sind:
- Kontraindikationen: Nicht anwenden bei Einnahme von Immunsuppressiva, Zytostatika oder bestimmten HIV-Medikamenten.
- Dosierung: Nicht mehr als 1–2 Tassen täglich trinken und den Konsum pausieren, um Überdosierungsfolgen wie Magen-Darm-Beschwerden, Unruhe und Kopfschmerzen zu vermeiden.
- Alter: Die innerliche Anwendung ist für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet.
- Johanniskraut sollte nicht bei Schwangerschaft eingenommen werden.